07634/511212 07634/511250 Johanniterstr.53 79423 Heitersheim

  • Bild1
Was bedeutet IVK?

Um in der Schule und später im Beruf erfolgreich zu sein, ist die Beherrschung der deutschen Sprache von entscheidender Bedeutung. Kinder, die gerade nach Deutschland immigriert sind, befinden sich deshalb oft in einer besonders schwierigen Situation. Aufgabe der internationalen Vorbereitungsklasse ist es, diesen Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an unserer Gesellschaft durch das intensive Erlernen der deutschen Sprache zu erleichtern.

 

 

 

Jede neue Sprache ist wie ein offenes Fenster, das einen neuen Ausblick auf die Welt eröffnet und die Lebensauffassung weitet.“ Frank Harris

 

Die IVK an der GWRS Heitersheim

Zu Beginn des Schuljahres 2014/15 wurde an der GWRS Heitersheim eine IVK (internationale Vorbereitungsklasse) gegründet. Die SuS der IVK werden altersgemischt unterrichtet (Klassenstufe 4-9). Mittlerweile besteht die IVK aus 14 Schülerinnen und Schülern, welche aus 10 verschiedenen Nationen (Rumänien, Kroatien, Mazedonien, Nigeria, Syrien, Mongolei, Italien, Griechenland, Kosovo, Türkei) stammen. Einige dieser Schülerinnen und Schüler besuchten die IVK bereits zu Beginn des Schuljahres, andere kamen erst während des laufenden Schuljahres nach Deutschland und, somit stießen diese später hinzu. Ich gehe davon aus, dass sich die Klasse aufgrund der aktuellen politischen Begebenheiten, noch weiter vergrößern wird. Der Lernstand der SuS variiert sehr stark. Während manche bereits einen geringen Wortschatz beherrschen, müssen andere von Grund auf anfangen, die Deutsche Sprache zu erlernen. Da einige SuS über gute Englischkenntnisse verfügen, fungiert Englisch als eine Art „Brückensprache“, welche die Verständigung untereinander maßgeblich erleichtert.

 

Ein integratives Konzept

Da sich nichtdeutschsprachige Kinder beim Lernen mit deutschsprachigen Kindern sprachliche Muster aneignen, welche sie nach und nach automatisieren, habe ich mich dazu entschieden, die Kinder nicht in einer reinen Vorbereitungsklasse, sondern integrativ zu unterrichten. Es findet meist eine Art ungesteuerter Spracherwerb statt. Kinder, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben, besuchen neben der IVK die altersentsprechenden Regelklassen. Hier sollen diese mit dem Schulleben vertraut gemacht werden und erste Inhalte zur einfachen Verständigung mit dem notwendigen Wortschatz lernen. Oftmals werden aus den Regelklassen Kinder mit der gleichen Muttersprache zur Unterstützung herangezogen. Als Sprachpaten stehen diese meist gerne hilfsbereit zur Verfügung. Insbesondere sind es Fächer, wie Englisch, Mathematik, Sport, Musik, Kunst und WAG, in welchen auch Kinder und Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen mit viel Interesse und Motivation teilhaben können. Um dies zu ermöglichen, wurde bei der Stundentafel dabei in besonderem Maße Rücksicht genommen. Um Stunden, in welchen Fächer stattfinden, bei denen ein erhöhtes Sprachverständnis benötigt wird, aufzufangen, bekommen die IVK-Schüler einen Wochenplan, an welchem sie selbständig arbeiten können. Sieben Stunden pro Woche erhält die IVK im Klassenverband ausschließlich Deutschunterricht. Besonders auf spielerische Weise werden die Kinder in diesen Stunden an einen Wortschatz mit Begriffen und Redemitteln des Alltags vertraut gemacht. Um dieser heterogenen Lerngruppe gerecht zu werden, verwende ich besonders offene Lernformen, welche die SuS an eigenverantwortliches Lernen heranführen. Da der Lernstand unserer IVK-Kinder sehr stark divergiert, erhält parallel dazu jede Schülerin und jeder Schüler der IVK eine Stunde pro Woche gezielte Einzelförderung. Diese individuelle Sprachförderung gewährleistet ein passgenaues Eingehen auf den jeweiligen Lernstand des Kindes. In diesen Stunden kann eine besondere Unterstützung und Differenzierung in Anlehnung an die jeweiligen Themengebiete stattfinden. Eine weitere Komponente des integrativen Konzepts ist der begleitende Deutschunterricht. Vier Stunden pro Woche gehe ich zu verschiedenen SuS als eine Art Lernbegleiterin in den Deutschunterricht der Regelklassen. Hierbei ist es möglich die IVK-Kinder direkt vor Ort zu unterstützen und sie auf diese Art und Weise zu befähigen dem regulären Deutschunterricht zu folgen und verständlich zu machen. Diese verschiedenen Komponenten des integrativen Konzepts setzen natürlich einen regelmäßigen Austausch zwischen der IVK-Lehrkraft und den in den Regelklassen unterrichtenden Lehrkräften voraus. Ausblick Das bisher erarbeitete Konzept unterliegt natürlich einer ständig fortlaufenden Entwicklung. Dies bedeutet, dass es unerlässlich ist, weitere Lehrkräfte mit dieser sehr speziellen und herausfordernden Art von Unterricht vertraut zu machen. Der erste Schritt dahin wird bereits im kommenden März in Angriff genommen, wenn Frau Kedley ( DaF-Lehrkraft an der Adolph-Reichwein-Schule) zu einer Fortbildung zum Thema DaF/DaZ an unsere Schule kommt.

 

  • Bild1
Mit welchem Material wird in der IVK gearbeitet?

Während der letzten Monate hat sich ein breites Repertoire an Arbeitsmaterial angesammelt. Die Klasse verfügt über ein Lehrwerk, welches im gesamten Klassenverband eingesetzt wird. Darüber hinaus wird insbesondere mit Materialien speziell aus dem Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ gearbeitet. Für die wichtigsten Themengebiete, wie beispielsweise: In der Schule, In der Stadt, Wohnen, Familie, Essen und trinken etc. wurden Themenboxen zusammengestellt, welche Spiele, Literatur und zum Thema passende Gegenstände beinhalten. Des Weiteren werden diese Themenboxen ergänzt durch Ordner, welche mit Arbeitsblättern zum jeweiligen Themenkomplex gefüllt sind. Auch Wort-Bildkarten zu den passenden Themen sind vorhanden, welche unermüdlich verwendet werden. Für Grammatikthemen eignen sich unter anderem auch Arbeitsblätter aus Grundschullehrwerken.

 

 

 

Wo wird die IVK unterrichtet?

Die IVK verfügt über einen eigenen Klassenraum, welcher entsprechend anschaulich gestaltet ist. Jede Schülerin und jeder Schüler der IVK hat ein eigenes Fach, in dem er/sie auch seinen Ordner mit den Sprachfördermaterialien aufbewahren kann.

 

Persönliche Erfahrungen

Das Unterrichten von DaF/DaZ (Deutsch als Zweitsprache/ Deutsch als Fremdsprache) stellte besonders zu Beginn eine große Herausforderung für mich dar, da er meiner Meinung nach nur wenig mit dem herkömmlichen Unterricht zu tun hat. Immer wieder mache ich mir bewusst, welch große Verantwortung ich trage. All meine Schülerinnen und Schüler mussten nahezu alles, Familienmitglieder, Bekannte, Freunde, das vertraute zu Hause, Gerüche, die Landschaft und Formen des Heimatlebens sowie vertraute kulturelle Aspekte zurücklassen, um sich auf ein fremdes Land, mit seiner Kultur, seiner Sprache, seinen Menschen einzustellen; eine Erfahrung, die die meisten ihrer deutschen Mitschüler und Lehrer selber nie erlebt haben. Dieser Spagat zwischen zwei „Welten“ fordert eine besondere Form der Empathie von mir als Lehrperson. Es ist immer wieder faszinierend für mich zu sehen, welch unterschiedliche Strategien die SuS anwenden, um diese schwierige und zugleich chancenreiche Ausnahmesituation zu bewältigen. Während den letzten Monaten bin auch ich mir über meine bisher verborgen gebliebenen Fähigkeiten bewusst geworden, denn manchmal hilft bei dem verständlich machen von Worten nur noch die schauspielerische Darstellung. Auch wenn ich mich des Öfteren vor meinen Schülern wortwörtlich „zum Affen mache“, freue ich mich umso mehr, wenn ich diesen speziellen Gesichtsausdruck sehe, der mir verrät, dass sie meine Worte verstanden haben. Auch gibt es Stunden, die sehr spontan verlaufen, wenn die SuS beispielsweise gerade ein anderes Bedürfnis haben, das vom eigentlichen Thema abweicht. Auch das gegenseitige Interesse an den Sprachen der Mitschüler sorgt immer wieder für schöne und freudige Momente. So kommt es schon mal vor, dass die Frage: „Was heißt -Ich liebe dich- auf deiner Sprache?“ zum Inhalt einer Unterrichtsstunde wird, bei welcher zum Ende der Stunde -Ich liebe dich- auf 11 verschiedenen Sprachen an der Tafel steht. Für mich ist es gerade aufgrund dieses gegenseitigen Interesses besonders wichtig, bei allen Unterrichtsinhalten die Kultur meiner SuS miteinzubeziehen. Als besonders motivierend empfinde ich die Einstellung zum Lernen- fast alle, auch diejenigen, denen es schwer fällt - sind bemüht. Trotz ihres jungen Alters sind sich die SuS bewusst, wie wichtig, es für sie ist, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, um Zugang zu ihrer neuen Heimat zu finden. Dass die Sprache einer der Schlüssel zu einer fremden Kultur ist und wie sehr die Nichtbeherrschung derselben einen einschränken kann, erleben sie schließlich tagtäglich, wenn sie vor neuen Herausforderungen stehen. Insgesamt möchte ich abschließend sagen, dass der Unterricht von DaF/DaZ eine sehr wertvolle Erfahrung für mich ist, welche jedoch besonders viel Kreativität, Flexibilität und vor allem Geduld benötigt. Ich habe das Gefühl, dass meine SuS in den bisher knapp 4 Monaten mehr oder weniger große Fortschritte gemacht haben und ich freue mich sehr auf all das, was noch vor uns steht.

Copyright © 2018 gwrs-heitersheim. Alle Rechte vorbehalten.

Designed by ThemeXpert

Style Selector

Layout Style

Predefined Colors

Background Image